Krieg & Konkurrenz

Deckelpokal aus dem Marburger Ratssilber

um 1600/1610 | Weißsilber, vergoldet

Städtische Repräsentation

Der Deckelpokal entstammt dem Nachlass des 1684 verstorbenen Bürgermeisters Johann Jost Bernhard und kam 1744 in den Besitz der Stadt. Aus vergoldetem Silber und Weißsilber gefertigt und reich verziert, wurde der Pokal – laut der Punze im Deckel – von Thomas Stoer d. Ä. in Nürnberg gefertigt, das damals eines der wichtigsten Goldschmiedezentren Deutschlands und zeitweise sogar Europas war. 

Der Pokal ging in das sogenannte Ratssilber ein: ein historisch gewachsener Silberschatz, welcher der Bürgerschaft im Rathaus zu Repräsentationszwecken diente. Auf dem Knauf des Deckels befindet sich eine plastische Darstellung des heiligen Georgs, der einen Drachen ersticht. Da die Darstellungen dieses Heiligen häufig dem Ritter im Marburger Stadtwappen ähneln, ist er heutzutage beispielsweise auch in größerer Ausführung auf dem Brunnen am Marktplatz zu finden. (LP)